Fall Fernandes: Orchestrierte Hysterie
Dass Demokratiemündigkeit nicht vom Himmel fällt und hierzulande immer dünner gesät ist, zeigt die durch Systemmedien und ein C-Schickeria-Sternchen aus dem Unterschichts-TV ausgelöste Hysteriewelle gegen „sexualisierte Gewalt im Internet“. Im Zeitalter einer rapide erodierenden Demokratie und grassierender Entfremdung braucht es anscheinend nicht mehr viel, um eine aufgehetzte Menge zu gruppenbezogenen Hassbekundungen auf die Straßen zu bringen und dies als Hebel zur Verschärfung der Gesetzeslage zur weiteren Einschränkung der Meinungsfreiheit zu instrumentalisieren.
Dabei spielt es keine Rolle mehr, ob die Vorwürfe mal wieder auf sehr wackeligen Füßen stehen und es sich im Kern um einen Rosenkrieg zwischen abgehalfterten Trash-TV-Promis handelt. Denn wenn auf eines Verlass ist, dann auf die Mobilisierungsfähigkeit des für politische Manipulation besonders empfänglichen Anteils der Gesellschaft. Es ist Verlass auf all jene, die sich unter noch so fadenscheinigen oder durchschaubaren Kampagnen zu theatralischem Empörungsbekundungen hinreißen lassen und dabei bereit sind, im Dienste der vermeintlich guten Sache jedwede kritische Urteilsfähigkeit auszuschalten.
Es sind die Opportunisten, die Mitläufer und Mittäter, die die politischen Kampagnen der Machteliten mit Leben füllen und erfolgreich machen. Besonders deutlich wurde dies in der Coronazeit, als sich ein Großteil der Bevölkerung wieder in Richtung Faschismus bewegen ließ oder bei der sog. „Wannsee-Konferenz 2.0“, als Tausende aufgrund der Falschinformation eines regierungsnahen Propagandamediums für die „Demokratie“ auf die Straße gingen und damit ebenjener Demokratie einen fatalen Bärendienst erwiesen hatten – freilich ohne das in ihrer politischen Formbarkeit und Einfältigkeit auch nur ansatzweise geahnt zu haben.
Und jetzt Collin Fernandes, das C-Promi-Sternchen aus dem Unterschichts-TV, das schon länger mit der autoritären Denunziationsplattform „Hate Aid“ kollaboriert. Es genügte lediglich eine verheult vorgetragene Anschuldigung gegen den Promi-Ex sowie eine rechtlich fragwürdige Verdachtsberichterstattung durch das regierungsnahe Systemmedium „Spiegel“, um eine breite Empörungswelle loszutreten, die bis hinauf in höchste Regierungskreise reichte.
Es folgten Demonstrationen und Solidaritätsbekundungen, allesamt garniert mit hysterischen Hassbekundungen gegen Männer und skurrilen Schuldritualen männlicher Mitläufer, es folgte das aufhetzende Gekreische sogenannter „Aktivistinnen“ mit teils volksverhetzendem Inhalt (z.B. Langstrecken-Louisa) und es folgte der unvermeidliche Auftritt von Fernandes und Justizministerin Hubig bei Caren Miosga.
Die Saat war aufgegangen, das Thema hatte verfangen. Manege frei für das transportierte politische Projekt, nämlich die Verschärfung der Internetkontrolle, die weitere Einengung der Meinungsfreiheit und, wenn alles gut läuft, die Einführung einer Klarnamenpflicht. Ganz nebenbei konnte prima von der tatsächlichen Gewalt gegen Frauen abgelenkt werden, die derzeit in beachtlichem Maße auch von migrantischen Kreisen ausgeht. Die täglichen Gruppenvergewaltigungen geraten aus dem Fokus, wenn plötzlich der digitale Missbrauch als das ultimative Verbrechen hichgejazzt wird.
Und wieder können wir bestaunen, wie eine von den Machteliten lancierte Kampagne erfolgreich die öffentliche Diskussion beherrscht, wie beeinflussbar und demokratieunmündig bestimmte Kreise der Bevölkerung sind, wie bereitwillig elementare rechtsstaatliche Grundsätze über Bord geworfen werden und wie mal wieder die demokratische Willensbildung korrumpiert wurde.
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