Krabbelgruppe für ultrascharfe Chilies
Noch sind sie ganz klein und zart, gebrechlich und verwundbar, die kleinen Pflänzchen. Vor etwa vier Wochen haben sie das Licht der Welt erblickt, jetzt werden sie langsam größer und stärker; in einem Vierteljahr werden sie – sofern alles gutgeht – anfangen, ihre ersten Früchte zu tragen. Und diese werden es sich in sich haben, denn unter den Jungpflanzen befinden sich fast ausschließlich superscharfe Gaumenbrenner, darunter Carolina Reaper, die zweitschärfste Chilliesorte der Welt.
Mit bis zu 2,2 Mio. Scoville-Einheiten ist die Carolina Reaper 500 – 1000 mal schärfer als etwa eine Jalapeno, von denen auch einige Jungpflanzen auf der Fensterbank heranwachsen. Gezüchtet wurde das Superhotfood von „Smokin“ Ed Currie in South Carolina, dabei handelt es sich um eine Kreuzung aus Red Habanero und Ghost Pepper (Bhut Jolokia).
Ed Currie war es auch schließlich, der mit der Sorte Pepper X die bislang schärfste Chili der Welt gezüchtet und die Carolina Reaper auf Platz zwei des Höllensortenrankings verwiesen hatte. Immerhin etwa 1 Mio. Scoville mehr bietet die Pepper X, von der jedoch leider kein Saatgut erhältlich war. Egal, auch die Carolina Reaper dürfte selbst für hartgesottene Schärfeliebhaber kaum zu essen sein.
Außer Carolina Reaper (bis 2,2 Mio. Scoville-Units) habe ich noch Habanero Red Savina (350.000 – 577.000 SHU), Red Habanero (150.000 – 370.000 SHU) und Jalapeno (2.500 – 8.000 SHU) auf der Fensterbank angezogen. Bleibt zu hoffen, dass die Pflänzchen gut gedeihen werden, auf dass uns ihre Früchte im Sommer in den Kreislaufkollaps treiben!

Aussaat / Anzucht:
Chillies sind mimösliche und wärme- und lichtliebende Pflanzen, sie stammen aus subtropischen bis tropischen Gefilden und würden sich im dunkelkalten Norddeutschland freiwillig niemals ansiedeln (was auch aus humanoider Perspektive durchaus nachvollziehbar ist). Gerade die exotischeren Spezialsorten keimen ausgesprochen schlecht und langsam, es sei denn, man sorgt für ein wohliges Keimklima. Alle Samen wurden Ende Februar ca. 36 h in kaltem Kamillentee eingeweicht, was ihre Keimfähigkeit fördern und Pilzbefall o.ä. verhindern soll. Anschließend wurde jeweils ein Samen in eine Kokos-Quellscheibe eingesät und mit ca. 0,5 cm Anzuchterde bedeckt, die aufgequollenen Scheiben kamen anschließend in Zimmergewächshäusern unter. Damit die Keimtemperatur von ca. 28°C konstant gehalten werden konnte, standen die Gewächshäuschen auf einer Heizmatte. Nach anderthalb Wochen waren die ersten Sämlinge zu erkennen. Mit dem Erscheinen aller anderen Sämlinge konnte dann auch die Heizmatte entfernt werden, da nun geringere Temperaturen und mehr Licht wichtig waren. Zwei weitere Wochen später, mit dem Erscheinen der ersten Vegetationsblätter, erfolgte der Umzug in größere Töpfchen mit hochwertiger Tomaten- und Gemüseerde. Dort wurden sie auf der gesamten Länge ihres Stieles in der Erde versenkt, damit sich die sog. Adventivwurzeln aus dem Stiel entwickeln und die Pflanze zusätzlich mit Wasser und Nährstoffen versorgen können. Sobald sie ca. zehn Zentimeter groß sind, werden sich vorsichtig mit Chilliedünger versorgt.



