Der Lübecker Herrentunnel ist ein Politikum. Das verkehrsplanerisch ausgesprochen fragwürdige PPP-Projekt zählt zu den wenigen mautpflichtigen Verkehrswegen in Deutschland. Allerdings verteilt sich der Ärger über die bürgerunfreundliche und teuere Verbindung zwischen Kernstadt und den Stadtteilen nördlich der Trave auf alle Verkehrsteilnehmer.
Weil die autozentrierte Planung keine Radfahrer und Fußgänger vorsah, müssen diese seit Jahren mit einem Shuttlebus durch den Tunnel gekarrt werden. Der ist zwar kostenlos, dafür allerdings recht unpraktisch. Während für Autofahrer der Slogan „So schnell kann’s gehen“ ersonnen wurde, gilt für Radfahrer und Fußgänger die Devise „So lange kann’s dauern„.
Neulich dauerte es sogar ganze 25 Minuten, da der Bus wegen einer Tunnelbaustelle einen Riesenumweg fahren musste. 25 Minuten, um von der einen auf die andere Tunnelseite zu kommen. Wahnsinn. Damit wird langsam die Schwelle der aktiven Benachteiligung des Radverkehrs angekratzt, was eine Stadtverwaltung, die nach außen hin betont klima- und fahrradfreundlich auftritt, ziemlich blank aussehen lässt. Peinlich, peinlich…
Und nicht zu vergessen: Diese unsägliche Verbindung wird gerade in der Sommersaison von nicht wenigen Radtouristen genutzt. Kein gutes Aushängeschild für die Hansestadt.
Nach 25 Minuten endlich auf der anderen Seite der Trave…
Destruktion und Protofaschismus
Die Beliebtheitswerte von Friedrich Merz können kaum mehr tiefer fallen. Sie dümpeln so nah am Gossengrund, wie seine moralische Integrität oder die Qualität seines politischen Handelns. Wer geglaubt hatte, Olaf Scholz sei bereits eine Katastrophe im Kanzleramt gewesen, musste leidvoll erfahren, dass sich der politische Abgrund noch viel tiefer auftun kann.
Indes nützt es jedoch wenig, wenn ein Großteil der Bevölkerung Sprühstuhl beim Gedanken an den Kanzler bekommt. Denn schließlich hat er es irgendwie zum Regierungschef gebracht Und das bringt das Kernproblem auf den Tisch: Deutschland krankt zusehends an völlig dysfunktionalen Mechanismen der Elitenauswahl.
Es krankt nicht nur daran, sondern dürfte sich mittlerweile in erheblicher Gefahr befinden. Denn auch so lustig-despektierliche Beinamen wie „Fotzenfritz“, „Pinocchio“ oder „Lügenkanzler“ können nicht davon ablenken, dass Merz als heimlicher Herzenskanzler der Ukraine die Eskalationsschraube im Konflikt mit Russland immer weiter dreht.
Über die Gründe hierfür lässt sich trefflich spekulieren, Ulrike Guerot (s.u.) bringt hier einen interessanten Gedanken aus der Tiefenpsychologie ins Spiel, dem zufolge die Unfähigkeit zur konstrukitven Gestaltung – insbesondere nach dem Entstehen einer kollektiven Schuldgemeinschaft nach den nicht aufgearbeiteten Corona-Verbrechen – nur die Zerstörung als Alternative zulässt.
Auch hat sich mittlerweile eine ultra-korporatistische Verquickung zwischen Exekutive, Großindustrie (insb. Rüstung und Pharma) sowie NGOs als Vorfeldorganisationen gebildet, die aufgrund multidimensionaler Abhängigkeiten und tiefer gesellschaftlicher Verankerung keine Abweichung vom vorgezeichneten Kurs der Befriedigung militärischer und hyperkapitalistischer Partikularinteressen zulässt. Diesen Zustand nennt man auch protofaschistisch.
Und so lässt sich von den Verbrechen der Coronazeit ein Bogen zur aktuellen Kriegsgefahr ziehen, der auch eine Tatsache einschließt: Die dysfunktionalen Selektionsmechanismen politischer Eliten haben mithin zur Folge, dass sich in Spitzenpositionen mittlerweile eine nicht zu unterschätzende kriminelle Energie angesammelt hat.
Denn dieselben Leute, die heute fleißig an der außenpoltischen Eskalationsschraube drehen, haben gestern noch Menschen diskriminiert, unter Masken gezwungen und versucht, sie zu einer gesundheitsgefährlichen Gentherapie zu nötigen. Zuzutrauen dürfte ihnen also alles sein…