Der Lübecker Herrentunnel ist ein Politikum. Das verkehrsplanerisch ausgesprochen fragwürdige PPP-Projekt zählt zu den wenigen mautpflichtigen Verkehrswegen in Deutschland. Allerdings verteilt sich der Ärger über die bürgerunfreundliche und teuere Verbindung zwischen Kernstadt und den Stadtteilen nördlich der Trave auf alle Verkehrsteilnehmer.
Weil die autozentrierte Planung keine Radfahrer und Fußgänger vorsah, müssen diese seit Jahren mit einem Shuttlebus durch den Tunnel gekarrt werden. Der ist zwar kostenlos, dafür allerdings recht unpraktisch. Während für Autofahrer der Slogan „So schnell kann’s gehen“ ersonnen wurde, gilt für Radfahrer und Fußgänger die Devise „So lange kann’s dauern„.
Neulich dauerte es sogar ganze 25 Minuten, da der Bus wegen einer Tunnelbaustelle einen Riesenumweg fahren musste. 25 Minuten, um von der einen auf die andere Tunnelseite zu kommen. Wahnsinn. Damit wird langsam die Schwelle der aktiven Benachteiligung des Radverkehrs angekratzt, was eine Stadtverwaltung, die nach außen hin betont klima- und fahrradfreundlich auftritt, ziemlich blank aussehen lässt. Peinlich, peinlich…
Und nicht zu vergessen: Diese unsägliche Verbindung wird gerade in der Sommersaison von nicht wenigen Radtouristen genutzt. Kein gutes Aushängeschild für die Hansestadt.
Nach 25 Minuten endlich auf der anderen Seite der Trave…
Merz: Nach oben buckeln, nach unten treten
Am 26. Februar haben die USA gemeinsam mit Israel den Iran völkerrechtswidrig angegriffen – und das bei laufenden Verhandlungen zum Ende der iranischen Urananreicherungen. Damit wurde ein Flächenbrand in der Region ausgelöst, dessen Folgen noch lange nicht absehbar sind und die das Potenzial eines globalen Krieges in sich tragen („Wk3“).
Durch die Sperrung der Straße von Hormus steigen bereits hierzulande die Ölpreise, die wirtschaftlichen Negativfolgen könnten explodieren, ganz zu schweigen von dem unermesslichen menschlichen Leid, das ein offenbar psychisch gestörter Trump gemeinsam mit seinem rechtsradikalen Stichwortgeber, dem Völkermörder Netanjahu, angerichtet haben.
So weit, so schlecht. In dieser dystopischen Situation machte Kanzler Merz Herrn Trump seine Aufwartung im Weißen Haus. Von dem Treffen waren verstörende Bilder zu sehen, in denen Merz wie ein artiger Schuljunge ergeben den weitschweifigen Ausführungen des Ober-Narzissten lauschte.
In den paar Minuten, in denen Merz zu Wort kommen durfte, äußerte er sein wohlwollendes Verständnis und seine prinzipielle Zustimmung zum illegalen Angriffskrieg. Völkerrecht? Scheißegal. Dass es sich um dasselbe Völkerrecht handelt, dessen Bruch er Russland so sehr ankreidet, dass er Milliarden an Steuergeldern und massenweise Waffen in die Ukraine schickt – geschenkt.
Merz billigt also einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg, was nach §140 StGB strafbewährt ist. Auch scheint dem Blackrock-Kanzler das Friedensgebot des Grundgesstzes keinen Pfifferling wert zu sein. Ein Fall für die Staatsanwaltschaft.
Im Oval Office konnten wir einen opportunistischen und duckmäuserischen Merz erleben, der devot vor dem irren US-Präsidenten kuschte und es nicht einmal wagte zu widersprechen, als dieser gegen den spanischen Ministerpräsidenten Sanchez wetterte und mit Konsequenzen drohte. Dieser hatte zuvor den US-Streitkräften die Nutzung von Militärbasen verweigert. Im Gegensatz zu Merz in dieser Sachfrage ein Mann mit Eiern.
Ganz anders Deutschland. Hier legt man den US-Amerikanern den roten Teppich für ihr Vernichtungswerk aus, mit der Ramstein-Air-Base befindet sich zudem eine wichtige Schaltzentrale für diesen Krieg auf deutschem Boden.
Doch Merz kennt man auch anders: Hierzulande sieht man ihn z.B. an diversen Rednerpulten über die Faulheit der deutschen Bevölkerung schwadronieren. Mehr arbeiten sollen die Leute, um das von parasitären Eliten wie Merz in die Grütze gefahrene Land wieder irgendwie ökonomisch zu kurieren.
Nach oben (Trump) buckeln, nach unten, also in Richtung der eigenen Bevölkerung treten – was wir hier bestaunen ist die Fortsetzung der moralischen und charakterlichen Bankrotterklärung eines narzisstischen Emporkömmlings aus dem Sauerland, der als (bisher) schlechtester und unehrlichster Kanzler in die Annalen der Geschichte eingehen dürfte.