Budapest
Budapest im August 2024. Ein ausführlicherer Bericht erscheint irgendwann auf frank-spatzier.de.








Frank Spatzier schreibt über Politik, Kultur und Ästhetik – freiheitlich-demokratisch, humanistisch und pazifistisch
Budapest im August 2024. Ein ausführlicherer Bericht erscheint irgendwann auf frank-spatzier.de.








Um es vorweg zu nehmen: Ich kann dem ESC nichts abgewinnen. In kultureller Hinsicht sind die Beiträge der Teilnehmerländer zumeist irgendwo zwischen industriellem Musikmüll und vollgekotztem Kulturklo einzuordnen. Ganz zu schweigen von dem kunterbunten Herumgehampele der „Interpreten“, wenn sie ihre Grütze „performen“. Von daher geht mir dieser pervertierte Gesangswettbewerb schon lange am Allerwertesten vorbei.
Trotzdem drang seine zunehmende Politisierung auch an mein zartes Gehör. Um so mehr freue ich mich über den Boykottaufruf vieler namhafter Künstler, der auf die Teilnahme Israels abzielt. Denn die Doppelmoral des vokalen Kasperletheaters ist himmelschreiend: Während Russland wegen des Ukrainekrieges seit Jahren ausgeschlossen ist, darf Israel trotz des fortgesetzten Völkermords in Gaza und anderer kriegerischer wie menschenverachtender Aggressionen weiterhin teilnehmen.
Dass das kilometerweit in den Himmel stinkt, ist dann auch Künstlern wie Roger Waters, Paul Weller oder Peter Gabriel sauer aufgestoßen. Gemeinsam mit zig weiteren Künstlerkollegen haben sie einen Boykottaufruf verfasst, der es in sich hat und dem eine möglichst große Publizität zu gönnen sei. Wäre ich ein bedeutender Berufskünstler, lautete meine erste Frage: „Wo kann ich unterschreiben?“ Das kann man übrigens tatsächlich, auch als unbedeutender Künstler. Ein entsprechendes Formular steht bereit. Also, nur zu!
Kleine Randnotiz: Der Blackrock-Kanzler und Netanjahu-Freund Merz befürwortet selbstredend eine Teilnahme Israels. War ja klar. Würg.