Stippvisite ins Ruhrgebiet
Eine kleine Dienstreise ins Ruhrgebiet war angesagt. Ein Kurztripp – frühmorgens los nach Essen, abends wieder zurück. Alles mir der Deutschen Bahn, was an sich bereits ein waghalsiges Abenteuer ist. Und so kam es auch. Der frühe ICE nach Gelsenkirchen fiel schonmal aus. Also keine Verspätung in der Bahnstatistik. Danach lief es einigermaßen, aber die Rückfahrt am Abend hatte es in sich. Am Essener Hauptbahnhof waren so gut wie alle angezeigten Zugverbindungen verspätet, viele Zügen fielen aus. Ich konnte meinen ICE von Dortmund nach Hamburg nur deshalb erreichen, weil auch der eine exorbitante Verspätung hatte.
Irgendwann in der Nacht kam ich in Hamburg an, nachdem ich von einem Dutzend Leuten auf Bahnsteigen und in Zügen um Geld angeschnorrt worden war. Auch der Zug nach Lübeck hatte Verspätung – und während er auf dem Gleis stand, kamen hintereinander drei Schnorrer in den Zug und fragten mehr oder weniger unhöflich nach Geld.
Irgendwann nachts in Lübeck angekommen, schnorrt mich ein Migrant an der Abstellanlage für Fahrräder um Geld an. Meine entnervte Antwort beinhaltete leidenschaftlich vorgetragene Phrasen wie etwa: „Herrje, beantrage doch Bürgergeld; ich zahle massenhaft Steuern, komme gerade von einer langen Zugreise, wurde bereits von zig Leuten um Geld angebettelt und habe es satt, ständig für Leute wie euch zur Kasse gebeten zu werden…bla..bla…blub…blub“ Der Migrant glotzte gelangweilt und schnorrte den nächsten greifbaren Passanten an.
Willkommen in Somalia. Leider waren diesmal auch die Radwege nicht geräumt. Ein Problem, dass echten Somaliern klimatisch unbekannt sein dürfte. Wenigstens etwas.















