Dreckswetter

Die Hass-Jahreszeit ist der Winter. Beschissener könnte es nicht sein. Die Bäume sind kahl, kein Grün weit und breit. Permanent ist es dunkel, man steht nachts auf und hat nachts Feierabend. Es werden Ewigkeiten vergehen, bis sich die ersten Vorboten des Frühlings auch nur zaghaft andeuten. Kaum steht die Krüppelsonne mittags mit Ach und Krach im Zenit, geht sie auch schon wieder unter. Lübeck liegt schließlich auf einem ähnlich abartigen Breitengrad wie Neufundland. Begleitet wird dieses Trauerspiel von Kälte, Nässe und im schlimmsten Falle auch Schnee. Tag für Tag, Nacht für Nacht.

Schnee ist das Allerschlimmste, er ist das Folterinstrument, mit dem der Winter den fröstelnden Menschen zusätzlich ins Gesicht spuckt. Er bleibt nur dann liegen, wenn es arschkalt ist. Dann schränkt er die Mobilität ein, macht die Wege rutschig, lässt die Leute stolpern und ausrutschen. Auch mit dem Fahrrad hat man seine liebe Mühe, sich nicht die Knochen oder das Genick zu brechen.

Zum Glück haben findige Menschen Spike-Reifen erfunden – z.B. den Schwalbe Marathon Plus MTB Winter. Zwar kann man auch damit keineswegs radeln wie im Sommer, aber man bleibt mobil und muss nicht ständig befürchten, auf die Nase zu fallen. Pannensicher ist er auch, was beim spitzen Lübecker Rollsplitt überlebensnotwendig ist. Im tieferen Schnee rutschen die Reifen aber auch mit Spikes unkontrollierbar herum, darüber darf man sich keine Illusionen machen. Auf vereistem Untergrund hat man jedoch spürbaren Grip.

Egal. Es wird ja ohnehin langsam Zeit, diesem kaputten Land den Rücken zuzukehren. Es soll Klimazonen geben, in denen Spike-Reifen gänzlich unbekannt und unnötig sind.

Spike-Reifen: Besser wäre, man lebte in Regionen, in denen man sie nie bräuchte…
Pillermann aus Eis