Derzeit sieche ich mit einer fiesen Magen-Darm-Infektion vor mich hin, die ich mir wohl von einem meiner Klienten eingefangen habe. Während mir kotzübel ist, klopft zeitweise der Sprühstuhl an. Und wenn das mal nicht geschieht, schaffe ich kaum den synkopenlosen Gang aus dem Haus – meine alten und verbrauchten Innereien proben wohl schonmal den Generalstreik…
Als ideale Begleitmusik für das delirante Dahinsiechen hat sich das Album „Ummaggumma“ der britischen Combo Pink Floyd herausgestellt. Es bietet die passende musikalische Begleitung für das Umherirren zwischen realer und astraler Welt, es ist gleichsam das Schmieröl für eine Stippvisite in die Twilight-Zone.
Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich das Album „Ummagumma“ irgendwann in den frühen 1980ern in einem Supermarkt (! – die hatten damals noch Plattenabteilungen) gekauft habe, nachdem ich von „The Wall“ mehr als fasziniert war. Schnell stellte sich für mich jungen Pimpf heraus, dass ich mit den seltsamen „Liedern“ darauf nichts, aber auch garnichts anfangen konnte. Was für ein kolossaler Fehlkauf. Fortan verstaubte die Platte in einer Ecke meines Jugendzimmers – zwischen übel riechendem Dreck und Flaschen voller ranziger Getränkereste.
Doch heute, im Angesicht meiner beginnenden Vergreisung, hat
sich das Blatt gewendet: Wie erwähnt, hat sich die psychodelische Mukke der frühen Pink Floyd als ideale Begleitung für mein brechdurchfallhaftes und mit Bewusstseinseintrübungen (quantitative Bewusstseinsstörung) versehenes Siechtum erwiesen. Lustig: Früher konsumierte man wohl vorzugsweise LSD zu Pink Floyd, es reicht wohl aber auch ein simpler und kostenloser Kotzvirus.
Die alte LP aus früheren Zeiten habe ich noch immer, sie klingt auf dem alten Thorens aus den 80ern ( TD 115 MK2) allerdings nicht ganz so highfidel, wie es sein müsste. Die FLAC-Datei des Albums mundet auf dem Streamer jedenfalls um Längen besser. Außerdem können die angeschlossenen BK206 Hörner mehr Krach produzieren, als die schmalen BK103-Hörnchen (alles Fostexe) der Nebenanlage. Und so haben auch die Nachbarn ihren Spaß an meinem Durchfall….
Merz: Nach oben buckeln, nach unten treten
Am 26. Februar haben die USA gemeinsam mit Israel den Iran völkerrechtswidrig angegriffen – und das bei laufenden Verhandlungen zum Ende der iranischen Urananreicherungen. Damit wurde ein Flächenbrand in der Region ausgelöst, dessen Folgen noch lange nicht absehbar sind und die das Potenzial eines globalen Krieges in sich tragen („Wk3“).
Durch die Sperrung der Straße von Hormus steigen bereits hierzulande die Ölpreise, die wirtschaftlichen Negativfolgen könnten explodieren, ganz zu schweigen von dem unermesslichen menschlichen Leid, das ein offenbar psychisch gestörter Trump gemeinsam mit seinem rechtsradikalen Stichwortgeber, dem Völkermörder Netanjahu, angerichtet haben.
So weit, so schlecht. In dieser dystopischen Situation machte Kanzler Merz Herrn Trump seine Aufwartung im Weißen Haus. Von dem Treffen waren verstörende Bilder zu sehen, in denen Merz wie ein artiger Schuljunge ergeben den weitschweifigen Ausführungen des Ober-Narzissten lauschte.
In den paar Minuten, in denen Merz zu Wort kommen durfte, äußerte er sein wohlwollendes Verständnis und seine prinzipielle Zustimmung zum illegalen Angriffskrieg. Völkerrecht? Scheißegal. Dass es sich um dasselbe Völkerrecht handelt, dessen Bruch er Russland so sehr ankreidet, dass er Milliarden an Steuergeldern und massenweise Waffen in die Ukraine schickt – geschenkt.
Merz billigt also einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg, was nach §140 StGB strafbewährt ist. Auch scheint dem Blackrock-Kanzler das Friedensgebot des Grundgesstzes keinen Pfifferling wert zu sein. Ein Fall für die Staatsanwaltschaft.
Im Oval Office konnten wir einen opportunistischen und duckmäuserischen Merz erleben, der devot vor dem irren US-Präsidenten kuschte und es nicht einmal wagte zu widersprechen, als dieser gegen den spanischen Ministerpräsidenten Sanchez wetterte und mit Konsequenzen drohte. Dieser hatte zuvor den US-Streitkräften die Nutzung von Militärbasen verweigert. Im Gegensatz zu Merz in dieser Sachfrage ein Mann mit Eiern.
Ganz anders Deutschland. Hier legt man den US-Amerikanern den roten Teppich für ihr Vernichtungswerk aus, mit der Ramstein-Air-Base befindet sich zudem eine wichtige Schaltzentrale für diesen Krieg auf deutschem Boden.
Doch Merz kennt man auch anders: Hierzulande sieht man ihn z.B. an diversen Rednerpulten über die Faulheit der deutschen Bevölkerung schwadronieren. Mehr arbeiten sollen die Leute, um das von parasitären Eliten wie Merz in die Grütze gefahrene Land wieder irgendwie ökonomisch zu kurieren.
Nach oben (Trump) buckeln, nach unten, also in Richtung der eigenen Bevölkerung treten – was wir hier bestaunen ist die Fortsetzung der moralischen und charakterlichen Bankrotterklärung eines narzisstischen Emporkömmlings aus dem Sauerland, der als (bisher) schlechtester und unehrlichster Kanzler in die Annalen der Geschichte eingehen dürfte.