7. Oktober 2022

Lübeck: Wahlwerbung gefährdet Köpfe von Radfahrern

Heute in einer Woche findet die Wahl zum 20. Schleswig-Holsteiner Landtag statt. Jede Menge Parteien buhlen um die Gunst der Wähler, und so gut wie keine von ihnen ist spätestens nach den jüngeren zeitgeschichtlichen Entwicklungen auch nur annähernd wählbar. Trotzdem wird fleißig geworben. Im Lübecker Stadtbild fallen vor allem Wahlplakate an Laternenmasten auf. Und Laternenmasten stehen gerne neben benutzungspflichtigen Radwegen. Da kommt es nicht selten vor, dass sich das ein oder andere Wahlplakat in Kopfhöhe des Radverkehrs befindet und sich somit zur veritablen Gefährdung klimafreundlich pedalierender Menschen verwandelt.

Den Vogel abgeschossen hat die Partei für Gesundheitsforschung (nie gehört), die ihren Wahlkampf anscheinend der Forschungsfrage widmet, welche Auswirkungen in Kopfhöhe angebrachte querformatige Plakate auf die Gesundheit radfahrender Bürgerinnen und Bürger haben (Versuchsfeld Ratzeburger Allee, Höhe Wirth-Center).

Abgesehen von der Tatsache, dass Wahlwerbung dieser Art nur Menschen mit wenig gefestigter staatsbürgerlicher Kompetenz und Demokratiefähigkeit anspricht, lässt auch ihr ästhetischer Wert meist zu wünschen übrig. Auch tragen die oft dümmlichen Slogans kaum zur Information des Wahlvolks bei, was jedoch nicht dazu ermuntern sollte, ebendieses noch aktiv zu gefährden.

Und bitte nicht vergessen: Daniel Günthers Plakate hängen in der Regel zwar oberhalb der Kopfhöhe. Der Mann hat jedoch fleißig beim Diskriminieren und Entwürdigen mitgemacht und eine Minderheit selbstbestimmter Bürgerinnen und Bürger ganz besonders nicht respektiert. Ganz im Gegenteil. #IchHabeMitgemacht