Künftig schreibt die Exekutive den Gebrauch von medizinischen MNS im ÖPNV und beim Einkaufen vor. Sehen wir einmal vom tatsächlichen Nutzen oder Schaden dieser „Untertanenlappen“ ab, kann als gesichert gelten, dass sie Menschen ent-individualisieren. Das Verdecken der Mund-Nasenpartie verdeckt zwangsläufig auch einen wesentlichen Aspekt der individuellen menschlichen Persönlichkeit.

Doch man wusste, sich Abhilfe zu verschaffen. Mit kreativ gestalteten „Community-Masks“, oft selbstgenäht und -gestaltet, ließ sich noch ein kleiner Hauch von Individualität im neuen Zwang der uniformierenden Verhüllung verwirklichen. Mit dem Zwang zu medizinischen Masken ist nun Schluss damit.

Einkaufen mach schon lange keinen Spaß mehr. Man zieht sich einen Lappen über und streift durch die Gänge, während der Stoff zunehmend durchsuppt. Die eingeatmete Luft riecht nach ranzigem Speichel, weil man die MASKE seit Tagen in der oberen Innentasche der Winterjacke aufbewahrt hat, wo sie leise und andächtig vor sich hin schimmelt. Man zieht sie meist nicht aus Überzeugung auf, sondern nur, um sich Ärger zu ersparen.

Die MASKE hat auch ein paar Vorteile: Man kann den Leuten unerkannt die Zunge herausstrecken oder eine mögliche Alkoholfahne verbergen. Trotzdem, das Stofftuch überstreicht einen wesentlichen Teil der individuellen Persönlichkeit. Sie verdeckt einen Großteil der Mimik, was zwangsläufig zur Ent-Individualisierung von Menschen führt.

Doch Menschen sind erfindungsreich. Denn es lässt sich zumindest ein Bruchteil der verhüllten Persönlichkeit durch die individuelle Gestaltung der Gesichtslappen wiederherstellen. Und so entstand eine breite Palette an selbstgemachten Community-Masks, die oft in hingebungsvoller Handarbeit und mit viel Phantasie bunte Vielfalt ins gesichtsverhüllende Einerlei bringen sollten.

Mit den neusten Diktaten der Exekutive ist nun weitgehend Schluss damit. Vorgeschrieben werden medizinische Masken, die eine individuelle Gestaltung praktisch unmöglich machen. Auch beim Gesichtsverlust hält nun die Uniformierung Einzug. Individuelle Persönlichkeitsmerkmale werden zunehmend ins Reich der politischen Unerwünschtheit verbannt.

Neulich irgendein Arzt im Radio, befragt zur Wirksamkeit der FFP2-Masken: Natürlich müsse man diese auch korrekt tragen. Ein Bart sei dabei recht hinderlich. Zur Not müsse der Bart eben ab, lachte der Mediziner. Damit belachte er den nächsten Schritt zur Ent-Individualisierung der Menschen…