7. Oktober 2022

Feuer frei! Die Diskriminierung der „Ungeimpften“

Minderheitenschutz war gestern, das Grundrecht auf körperliche Selbstbestimmung auch. Ab Spätsommer 2021 wurde offiziell zum Halali auf diejenigen geblasen, die sich nicht mit den neuartigen, nur bedingt zugelassenen und mit unbekannten Risiken behafteten mRNA-Gentherapeutika behandeln lassen wollten. Es wurde ein in der Geschichte der BRD und speziell seit dem Nürnberger Kodex beispielloser Eingriff in die körperliche Selbstbestimmung von Bürgerinnen und Bürgern vorangetrieben, der in einer aktiven und von Staatsorganen forcierten Diskriminierungswelle gegenüber „ungeimpften“ Menschen gipfelte. Es folgte eine Hatz auf Menschen, die seit dem Dritten Reich kaum mehr möglich zu sein schein und an der sich viele Täter aus Politik, Medien und Gesellschaft beteiligt haben.

Missbraucht wurde der Begriff der „Solidarität“,  um regierungskonformes Verhalten zu loben und Ungehorsam zu tadeln. „Impfen ist Bürgerpflicht“ schwadronierten die selbsternannten Moralwächter und traten damit nicht nur Grund- und Menschenrechte, sondern auch den Respekt vor der körperlichen Selbstbestimmung Anderer in die Tonne. Fortan war Gehorsam wichtiger, als das Recht auf die eigene körperliche Unversehrtheit. In der öffentlichen Kommunikation erfolgte ein Überbietungswettbewerb um die radikalsten und heftigsten Formulierungen. Medien und Politik ereiferten sich im Schulterschluss über Ungeimpfte und wurden dabei von Verbandsfunktionären flankiert.

Ein weiterer Zivilisationsbruch

Die Lockdowns ab 2020 mit ihren häufig absurden und völlig evidenzlosen Massnahmen markierten einen Eingriff in Grund- und Freiheitsrechte, der seit Gründung der BRD einmalig war. Es kam zu einer weitgehenden Erosion der Gewaltenteilung unter zunehmender Vormachtstellung der Exekutive, die ebenfalls dem Geist des Grundgesetztes und den Erfahrungen aus dem Dritten Reich zuwiderlief.

In einem Klima der permanent geschürten Angst wurde die Entwicklung der mRNA-Impfstoffe als emotionaler Befreiungsschlag gegen die Pandemie gefeiert und ihre Erfinder im deutschen Pfizer-Ableger BioNTech apotheotisch verehrt. Unvergessen die Spiegel-Titelstory mit den im Leni-Riefenstahl-Stil verklärten Köpfen von Ugur Sahin und Özlem Türeci. Dass diese „Impfstoffe“, die nur auf Basis unzureichender Herstellerstudien entwickelt worden sind, nur eine bedingte Zulassung erhalten haben, spielte in der Euphorie des Moments kaum eine Rolle. Und auch nicht, dass es sich bei den neuartigen mRNA-Therapeutika um eine bisher kaum angewandte und riskante Methode handelte, die im Grunde auch keine Impfung, sondern eher eine prophylaktische Gentherapie ist.

Wie dem auch sei, die staatliche Impfkampagne kam mit Werbespots, ganzseitigen Anzeigen und allerlei anderem PR-Tand so richtig in Fahrt. An die Stelle einer medizinischen Indikation trat die Moralkeule: Impfen ist Solidarität, Nächstenliebe oder der Schlüssel zur Freiheit, also zur „Rückgabe“ der vom Staat widerrechtlich ausgesetzten unveräußerlichen (!) Grundrechte. „Impfen = Freiheit“ lautete der geschichtsvergessene Slogan, der auf den Düsseldorfer Fernsehturm gestrahlt wurde.

Der Umkehrschluss: Wer sich nicht impfen lässt, gefährdet nicht nur andere, sondern hat auch keine Chance auf „Rückgabe“ von Freiheiten. Mehr noch, lassen sich zu viele nicht spritzen, werden die Coronamaßnahmen auch für den geimpften Teil der Gesellschaft bestehen bleiben. Erpressung vom Feinsten, Sündenböcke wurden kreiert. Dazu der Psychologe Matias Desmet im Interview mit Bastian Barucker:

Und die Blindheit, die die gesellschaftliche Konditionierung und Totalitarisierung mit sich bringt, wird denen die Schuld geben, die nicht mitmachen und/oder sich weigern, sich impfen zu lassen. Sie werden als Sündenböcke herhalten müssen. Es wird versucht werden, sie zum Schweigen zu bringen. 

Prof. Matias Desmet im Gespräch mit Bastian Barucker

In der Folge nahm der politische und mediale Druck auf die Menschen zu, die sich einer kaum erprobten Gentherapie mit weitgehend unbekannten Nebenwirkungen und Langzeitfolgen nicht unterziehen wollten. Das Recht auf körperliche Selbstbestimmung war gestern. Der Nürnberger Kodex auch.

Szenen einer Hetzkampagne

Und dann ging die Hatz auf eine Minderheit im Lande los. Um es nochmal zu betonen: Es handelte sich um einen in der deutschen Nachkriegsgeschichte einmaligen Vorgang der Diffamierung und Diskriminierung einer selbstbestimmten Minderheit. In einer Art konzertierten Aktion überboten sich Politiker, Journalisten und Funktionäre in der Schärfe ihrer Äußerungen. Aus der Geschichte ist bekannt: Wird eine moralische Konvention offiziell beseitigt, wird sich immer weiter in den neuen Debattenraum vorgewagt. Fällt eine rote Linie, fallen viele anderen auch – bis hin zu den Menschenrechten. Es ist beinahe wie in einem Kindergarten, in dem keine Regeln mehr gelten. Es ist ein gesellschaftlicher Dammbruch mit dem Gestank des Faschismus.

Eine gute Dokumentation dieses verbalen Blutrauschs ist auf der Website ich-habe-mitgemacht.de zu finden, die vom Journalisten Burkhard Müller-Ulrich ins Leben gerufen wurde und der Archivierung menschenverachtender Äußerungen zwecks einer späteren Aufarbeitung dient.

Exemplarisch seien hier einige Beispiele aufgeführt:

  • Möge die gesamte Republik mit dem Finger auf sie zeigen. Ich hingegen möchte an dieser Stelle ausdrücklich um gesellschaftliche Nachteile für all jene ersuchen, die freiwillig auf eine Impfung verzichten. Möge die gesamte Republik mit dem Finger auf sie zeigen.“ (Nikolaus Blohme, Journalist bei RTL, N-TV, Spiegel)
  • Ungeimpfte tragen die Verantwortung, dass wir hier nicht weiterkommen. (…) Das ganze Land wird in der Geiselhaft dieser Menschen sein“ (Kriminalisierung als Vorstufe zur Entmenschlichung, vorgetragen von Karl Lauterbach im Bundestag am 17.03.20229)
  • Nicht ‚Gräben zuschütten‘ ist die richtige Metapher, sondern ‚alle Brücken abbrechen‘ zu den Anti-Impf-Terroristen“ (auch hier wieder extreme Kriminalisierung und Spaltung, die zur Vorbereitung von Pogromen geeignet scheint, durch den Journalisten und Autor Robert Misik).
  • Impfgegner sollen die Konsequenzen ihres Verhaltens direkt spüren.“ (Nikolaus Knoepfler, Philosoph und Theologe (!)).
  • Lasst euch impfen, ihr Deppen!“ (sprachliche und sittliche Verrohung bei Linus Neumann vom Chaos Computer Club.
  • Für Leute wie Sie muss Impfpflicht her. Gerne bis zur Beugehaft.“ (faschistoide Anwandlungen auch beim grünen Tübinger OB Boris Palmer).
  • Es kann ja nicht sein, dass die Freiheitsrechte aller eingeschränkt werden, weil sich ein Teil nicht impfen lassen will.“ (Anna-Lena Baerbock macht Ungeimpfte zu Sündenböcken. Nach Matias Desmet ist die Benennung von Sündenböcken symptomatisch für den Aufbau totalitärer Systeme.)
  • Kein Impfgegner wird wie ein Staatsfeind behandelt. Er darf nur, hoffentlich bald, nicht mehr unter die Leute gehen, weil er ein gefährlicher Sozialschädling ist. Aber er hat die Freiheit, sich nicht impfen zu lassen. Aber er hat nicht die Freiheit, mich zu gefährden.“ (Sprachliche und sittliche Verrohung sowie Diffamierung, Sündenbockbildung und Relativierung von Grundrechten beim FDP-Politiker Rainer Stinner.)
  • Dann ist ja auch schrecklich, dass wir in einem Land leben, in dem nicht nur Bildungswillige leben, sondern auch hinreichende Zahlen von Bekloppten.“ (Ob diese sprachliche Verrohung dem vielleicht demenziellen Geisteszustand des Alt-Bundespräsidenten Joachim Gauck zuzurechnen ist“)
  • Momentan erleben wir ja wirklich eine Tyrannei der Ungeimpften, die über zwei Drittel der Geimpften bestimmen.“ (Sündebockbildung und aggressive Volksverhetzung durch den Halbtags-Radiologen und Beiratsmitglied eines Händlers von Impf-Aktien Frank-Ullrich Montgomery).
Faschistoide Hetze auch bei der ARD, hier theatralisch vorgetragen von Sarah Frühauf
Die bayerische Fraktionsvorsitzende der Grünen Katharina Schulze fordert weitgehende Entrechtung Ungeimpfter (ab min 4.47) sowie tiefgreifende Coronamaßnahmen. Interessant die pseudowissenschaftliche Begründung und ihre aggressive Rhetorik.

Es würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, das Ausmaß dieser sprachlichen und sittlichen Verrohung darzustellen. Hier wurde vielerorts die propagandistische Vorstufe von Pogromen erreichen, was sich auch in der immensen gesellschaftlichen Spaltung – bis hinein in den privaten und familiären Bereich – zeigte. Sie ist eben doch antastbar, die Würde des Menschen.

Festzuhalten bleibt auch, dass auch viele Arbeitgeber ihren Beitrag zur Hatz auf Ungeimpfte beigetragen haben. Die systematische Ausgrenzung umgeimpfter Mitarbeiter führte zu innerbetrieblichen Verwerfungen, Zutrittsverboten und so zu mancher Kündigung. Listen über Ungeimpfte wurden erstellt, mal legal, mal illegal oder indirekt- schließlich geht es hier um persönliche medizinische Daten. Mir persönlich ist der Fall eines Unternehmens bekannt, dessen Chef die wenigen umgeimpften Mitarbeiter vor versammelter Belegschaft gewissermaßen als Firmen- und Sozialschädlinge diffamierte – und das alles mit dem Hinweis, die C-Impfung sei völlig ungefährlich und nebenwirkungsfrei.

Diskriminierung per Verordnung – Impf-Apartheid durch „G-Regelungen“

Dass die Pandemiepolitik auch ein gigantisches PR-Manöver ist, zeigt sich an den verharmlosenden Neusprech-Floskeln der Medienagenturen. Geimpft, genesen, getestet – weil alles so schön schön mit dem unbedarften Buchstaben „G“ beginnt, konnte man dem größten staatlichen Diskriminierungsprogramm der bundesrepublikanischen Geschichte einen so griffigen wie euphemistischen Namen geben: 2G, 3G.

Hier nämlich kamen nicht nur die oben erwähnten Hetzer voll auf ihre Kosten, sondern auch das aufgehetzte Volk, das – zumindest in Teilen – endlich die empfindlichen Konsequenzen für die Unsolidarischen sehen wollte. „Hier dürft ihr nicht rein“, so die hämische Schwarze Pädagogik des Impfregimes, die nicht einmal eine evidenzbasierten Grundlage besaß. Mit anderen Worten, es wurde die Grenze zur staatlichen Willkür überschritten.

Friseure, Schuhgeschäfte, Weihnachtsmärkte, ja sogar Gottesdienste und andere Zusammenkünfte, all das wurde den Ungehorsamen verboten. Schlimmer noch, über all dem schwebte wie ein Damoklesschwert die Möglichkeit des Lebensmitteleinzelhandels, seine Pforten ebenfalls den G-Regeln zu unterwerfen. Ungeimpfte wurden so zu Parias oder Untermenschen, denen der Zugang zu gesellschaftlicher Teilhabe radikal eingeschränkt wurde.

Mit 3G wurde Ungeimpften immerhin die Möglichkeit des Zutritts nach einer (negativen) Testung erlaubt, was aber auch bedeutete, sich von angelerntem und prinzipiell unqualifiziertem Personal in einem Testzentrum in den Nasenschleimhäuten herumfuhrwerken zu lassen. Eine erniedrigende und auch nicht gesundheitsförderliche Prozedur.

Und heute? Der aktuelle Stand der Wissenschaft bestätigt die damaligen Begründungen nicht

Schneller, als es die Apologeten des Impfregimes befürchtet haben mögen, holte die Realität die Ideologie ein. Immer deutlicher stellte sich heraus, dass selbst mehrmaliges Spritzen der Gentherapie („Boostern“) weder Fremd- noch Eigenschutz bietet. Auch stellte sich trotz massiver Vertuschungstechniken heraus, dass es sehr wohl eine hohe Anzahl teils schwerer Nebenwirkungen gibt. Zu möglichen Langzeitfolgen bestehen ebenfalls beunruhigende Erkenntnisse, und derzeit gibt eine signifikante Übersterblichkeit Rätsel auf. Eine Übersterblichkeit, die nicht mit den Auswirkungen von COVID erklärbar ist. Ein Hinweis darauf, dass sich die Täter von gestern nicht nur moralisch und politisch, sondern auch inhaltlich hochgradig schuldig gemacht haben?

Während in Großbritannien erste Medien und Politiker die einst Geschmähten um Vergebung bitten, ist hierzulande von Reue und schlechtem Gewissen nichts zu spüren. Im Gegenteil beschweren sich die Täter vom vergangenen Herbst noch über die Dokumentation ihrer Hetzparolen und Diffamierungen, fühlen sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. Starrköpfigkeit und Faktenresistenz, oder einfach das Unvermögen, Fehler einzugestehen, werden die gesellschaftliche Spaltung in der BRD aufrechterhalten und sogar vertiefen.

Der kommende Herbst wird zeigen, wohin die Reise geht. Mit Blick auf die zu erwartenden Herbstproteste im Zusammenhang mit der fatalen Sanktions- und Energiepolitik der Bundesregierung wurde bereits vorsorglich wieder der Propagandaapparat angeworfen. Die Formel lautet: Demonstranten = Putintrolle = Rechtsradikale = Querdenker, oder sogar Antisemiten. Das Framing hat begonnen, die Spaltung dürfte fortgesetzt werden.