Die Mutanten der Entdemokratisierung: Destruktion als unbewusster Selbstzweck?

Wie es scheint, hat ein Jahr Coronakrise verstärkt die üblen und gefährlichen Ressourcen von Massengesellschaften ans Tageslicht befördert. Die Zukunft verheißt nichts Gutes. Zu erwarten sind mehr Überwachung, mehr Spaltung, mehr Hass, mehr Polizeigewalt, mehr Gängelung, mehr Konformitätsdruck, mehr soziale Kreditierung und mehr Entmenschlichung. Zu erwarten sind auch weniger Demokratie, weniger Freiheiten, weniger Menschenrechte, weniger Entwicklungsmöglichkeiten, weniger Selbstbestimmtheit und weniger Menschlichkeit.
 
 
Fast meint man zu spüren, wie sich der Vorabend des Dritten Reiches angefühlt haben könnte: Gleichförmigkeit, Uniformierung, Massenmobilisierung, Unterwerfung, Indoktrination, Diffamierung, Diskriminierung, Kriminalisierung, Propaganda, Heilsversprechen, Verängstigung, Sehnsucht nach Führung, Gewalt und Feindbilder.
 
 
Der Politologe Prof. Ulrich Teusch arbeitet im verlinkten Artikel einen neuen Aspekt der Coronakrise heraus: die tiefenpsychologisch begründete Lust am Zerstören. Naiv betrachtet, erscheint die gegenwärtige Transformation als etwas Gutes, Altruistisches und Solidarisches. Bei genauerem Hinsehen sind dagegen gewaltige Destruktivkräfte am Werk, die eine unkontrollierbare Eigendynamik entfaltet haben.
 
 
Wichtig; Diese Destruktivität ist unbewusst, verbirgt sich hinter einer ethisch erhabenen Fassade. Michael Esfeld hat dieses Phänomen schön formuliert: „Es sind ja nicht Böse, die Böses tun, sondern stets Gute, die – aus Überzeugung über einen bedrohten, aber existenziell wichtigen Wert -, Dinge tun, welche letztlich verheerende Folgen haben können.“ (Quelle: https://www.nzz.ch/amp/feuilleton/die-geschlossene-gesellschaft-und-ihre-neuen-freunde-warum-es-falsch-ist-die-gesundheit-hoeher-zu-gewichten-als-die-menschenwuerde-ld.1609287
 
 
 
Und so zeigt im Jahr Eins nach der weitgehenden Außerkraftsetzung wesentlicher Grundrechte das Coronaregime immer offener seine Fratze der Inhumanität: Immer dreister wird ein Impf-Apartheid vorbereitet, Schüler dürfen nur nach Vorlage eines negativen Testergebnisses am Unterricht teilnehmen und es werden immer mehr nächtliche Ausgangssperren verhängt – eine Methode der Repression, die man sonst nur aus dem Kriegsrecht oder Diktaturen kannte. Zur gleichen Zeit überflügeln sich Politiker, Medien und „Experten“ mit immer radikaleren Lockdownfantasien.
 
 
Dabei wohnt Repression und Macht (als Grundlage der Gewaltausübung) meist der Keim der Selbstzerstörung inne, wird die inhumane Herrschaft also letztlich von ihrer eigenen Inhumanität zerstört.
 
 
In der Coronakrise lässt sich diese Transformation im Zeitraffer beobachten. Doch falls diese Selbstzerstörung des Repressionsregimes irgendwann einmal einsetzen sollte, wird es eine irreparable Schneise der Verwüstung hinterlassen haben. Ähnlich wie die herbeigetesteten Infektionswellen beschreibt die Entmündigung der Bürger Wellenbewegungen, dort allerdings auf einer stetigen Abwärtsspirale. Im virologischen Jargon formuliert: die Entdemokratisierung bildet gefährliche Mutanten…
 
 
 
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