26. Mai 2022

Das Versagen der Kirchen und ein Pfarrer auf Abwegen

Die Kirchen haben in der Coronakrise versagt. Schlimmer noch: Sie haben ihr wahres Gesicht gezeigt. Staatstreue, vorauseilender Gehorsam und die Abkehr von elementaren christlichen Grundwerten kennzeichneten ihr Handeln in der Coronakrise.

Und auch in den Kirchen stinkt der Fisch vom Kopf her – und das insbesondere in der streng hierarchisch organisierten katholischen Kirche. So ist der Vatikanstaat der bislang einzige Staat der EU mit einer allgemeinen Impfpflicht. Staats- und Krichenchef Papst Franziskus ist ein glühender Verfechter der Coronaimpfungen: „Dank Gott und der Arbeit vieler haben wir jetzt Impfstoffe (…)“. Ob er Gott auch für die vielen teils verheerenden Nebenfolgen dieser Impfungen oder ihrer doch recht augenfälligen Wirkdefizite dankt, sei den Gläubigen überlassen.

Kirchen setzten C-Maßnahmen besonders rigoros um

Da verwundert es kaum, dass die Kirchen zu den ersten Institutionen zählten, die die Coronamaßnahmen mit besonderer Härte durchgesetzt und ihre Einrichtungen komplett geschlossen hatten. Abgesperrte Kirchen und ausgefallene Gottesdienste, aus Angst vor dem teuflischen Virus machten die Kirchen alle Schotten dicht und versuchten verzweifelt, Trost, Segen und Gemeinschaft im virtuellen Raum des Internet zu simulieren. 

Überhaupt zeigten sich die deutschen Amtskirchen ausgesprochen staatsnah, was vielleicht auch damit zusammenhängen mag, dass selbst im Jahr 2022 noch keine echte Trennung von Staat und Kirchen existiert. Gegenseitige Abhängigkeiten fördern Verbindlichkeiten und lassen einen säkularen Staat in die Ferne rücken. 

Nur wenige Geistliche kritisierten den vorauseilenden Gehorsam der Kirchenführer, die die staatlich verordneten Lockdowns mit maximalen Kontaktbeschränkungen ohne jedwede Barmherzigkeit durchzusetzen wussten. Ohne Rücksicht auf mögliche soziale, psychische und körperliche Schäden wurden karitative Einrichtungen, KiTas und Schulen geschlossen, teils mit schlimmsten Auswirkungen auf Kinder, Jugendliche und alte Menschen. Alles aus Angst vor einem Virus.

Und auch in Sachen Ächtung von Menschen mit abweichenden Meinungen hat sich die Kirche in zeitgemäßer Weise fortentwickelt. So wurde in Wien ein Polizeiseelsorger entlassen, weil er sich gegen die Diskriminierung ungeimpfter Polizistinnen und Polizisten gewandt und seine Sorge um die Rechtsstaatlichkeit artikuliert hatte. Weil er es kritisch sah, wenn sich Polzeikräfte drohend den überwiegend friedlichen Teilnehmern maßnahmenkritischer Demonstrationen gegenüberstellten und weil er fand, dass die Kernaufgabe der Polizei, nämlich für die Menschen da zu sein, in den Hintergrund getreten war. Die Konsequenz für diese originär christlichen Äußerungen: Seine Abberufung durch die Wiener Erzdiözese.

Auch die kritischen Einwürfe des Theologen Eugen Drewermann werden in kirchlichen Kreisen nicht gerne gesehen. So etwa überschreibt Martin Drobinski seinen Artikel zu Herrn Drewermann im so christlichen wie impf-befürwortenden Magazin Publik-Forum mit „Ein Prophet auf Irrwegen – Einer der bekanntesten Theologen im Land ist bei den radikalen Impfgegnern gelandet. Er verbreitet Verschwörungserzählungen und unterzeichnet einen kruden Aufruf. Was ist da los?„. Leider befindet sich der Artikel weitgehend hinter einer Bezahlschranke, doch schon die Einleitung zeigt, wohin die Reise geht. Nur am Rande bemerkt, zu den Herausgebern des Magazins zählt auch der Katholik, SPD-Politiker und stamme Impfbefürworter Wolfgang Thierse, der des Öfteren für seine radikale Ansichten zum Thema C-Impfungen sowie einer so verqueren wie gefährlichen Ansicht von Sozialstaat und Solidargemeinschaft aufgefallen ist. Christentum at it’s best…

https://www.publik-forum.de/Religion-Kirchen/ein-prophet-auf-irrwegen#mehr

https://www.diepresse.com/6089496/polizei-seelsorger-nach-offenem-brief-gegen-corona-impfpflicht-abberufen

Von Jesus von Nazareth zu Mutter Teresa

Auf die Frage, wie das Religionsstifter Jesus von Nazareth heute beurteilen würde, lässt sich zumindest antworten, dass dieser keine Angst vor Kranken und Krankheit hatte.  

„Und es begab sich, als er in einer der Städte war, siehe, da war ein Mann voller Aussatz. Als der Jesus sah, fiel er nieder auf sein Angesicht und bat ihn und sprach: Herr, willst du, so kannst du mich reinigen. Und er streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich will’s tun, sei rein. Und sogleich wich der Aussatz von ihm.“ (Lk 5, 12 – 14)

Zugegeben, Religionsstifter Jesus von Nazareth dürfte aufgrund seiner angeblich göttlichen Wesenheit persönlich wenig Anlass zur Angst vor einer Leprainfektion gehabt haben. Keine Angst vor einer solchen hatte offensichtlich auch die durchaus menschliche Mutter Teresa. Diese wurde nach ihrem Tod erst selig- dann heiliggesprochen. Eines ihrer Anliegen war die tiefe Not der Erkrankten, die durch soziale Ausgrenzung noch verstärkt wurde. Ohne nennenswerte Angst vor einer Ansteckungen leistete sie wertvolle Hilfe und versuchte, das Leid der Menschen zu vermindern.

Soziale Ausgrenzung wird in der Coronakrise von den Kirchen weitaus „niederschwelliger“ praktiziert, wenn durch Kontaktbeschränkungen und Schließungen jedes Gemeindemitglied oder jeder Beter unter den Generalverdacht einer asymtpomatischen Infektion gestellt wird. Insofern wird jeder wie ein Aussätziger behandelt, von dem eine unbestimmte Gefahr für andere Menschen ausgeht.  

Ein Pfarrer lebt die christlichen Grundwerte auch in der Coronakrise

Nur wenige Geistliche trauen sich, ihre originäre Arbeit zu tun und nach christlichen Grundwerten zu handeln. So etwa Pfarrer Thomas Dietz aus der Uckermark, der die zerstörerische Wirkung der angeordneten Coronamaßnahmen auf seine Gemeinmitglieder scharf kritisierte. Obwohl er sich im Einklang mit dem Handeln seines Religionsstifters befand, erlebte er harschen Gegenwind.

https://chrismon.evangelisch.de/artikel/2020/50952/interview-warum-ein-pfarrer-die-corona-massnahmen-kritisiert

Ein anderer Pfarrer macht Hass und Hetze hoffähig

Im Gegensatz dazu werden Hass und Hetze im christlichen Klerus zunehmend hoffähig. Aktuelles Beispiel dafür sind die Äußerungen von Pfarrer Norbert Grund aus der Pfarreigemeinschaft Am Enner in Bonn. In seinem Gemeindebrief äußert er Verständnis für die  ungehaltene und zunehmend aggressive Äußerung über Menschen, die sich der Impfung verweigern oder gar gegen sie auf die Straße gehen (…)“. Ob Pfarrer Braun auch Verständnis für offene Gewaltausbrüche gegen Maßnahmenkritiker und Ungeimpfte hat? Ganz so abwegig scheint das nicht zu sein.

Denn seiner Ansicht nach sind die „Ungeimpften“ schuld an der derzeitigen Misere Deutschlands. Ohne sie wäre dem Volk so einiges erspart geblieben, so die pastorale Hetze des Herrn Braun gegen Menschen, die es gewagt haben, Gebrauch von ihrem grundgesetzlichen Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung gemacht zu haben. 

Da wird das christliche Gebot der Feindesliebe mal schnell zu etwas Überforderndem, denn für den Herrn Pfarrer sind Ungeimpfte und Maßnahmenkritiker offensichtlich genau das: Feinde, die man nur widerwilligst lieben kann, wie es das christliche Gebot vorsieht. Aber  immerhin, auch der bösesten ungeimpften Ausgeburt des Teufels kann Gottes Barmherzigkeit zuteil werden: „Begründet ist der Aufruf zur Feindesliebe in der Barmherzigkeit Gottes, der gütig ist auch gegen die Undankbaren und Bösen, was die Welt im Verhalten der Jünger*innen erfahren kann. Sie zeigt sich auch schon im Gebet für die Feinde mit dem Gedanken, dass Gott auch ihnen barmherzig ist. So kann mensch sie in ihrer Art respektieren und ihnen gutes (sic!) wünschen. Und lässt sich damit zugleich nicht auf die Ebene ihres Handelns und Denkens herabziehen.“ – ihres teuflischen Handels und Denkens scheint der Herr Pfarrer wohl im Sinn gehabt zu sagen.

So schließt Pfarrer Braun voller Zynismus mit den Worten: „So gesehen, käme es auf einen (erneuten) Versuch an, die tiefere Wahrheit der Aussage ‚da hilft nur noch beten‘ zu ergründen.

Zähneknirschende Barmherzigkeit und Feindesliebe in der Theorie, Ab-, Ausgrenzung und Schuldzuweisungen in der Praxis, dazu beginnendes Verständnis für Verfolgung und Gewalt. Hinzu kommen noch „Kleinigkeiten“ wie die unzulässige Gleichsetzung von PCR-Positiven mit Infizierten oder die Aussage, „die Wissenschaft“ habe die Auskunft gegeben, dass Impfen der beste Weg aus der Pandemie sei. Wie lautet achte Gebot? Da kann man nur sagen, Augen auf bei der Berufswahl, Herr Pfarrer….   

Danke für den Hinweis auf Pfarrer Braun: https://reitschuster.de/post/bonn-der-hass-eines-pfarrers/

Und auch: https://www.achgut.com/artikel/bonn_der_hass_eines_pfarrers

Der Gemeindebrief zum Nachlesen: https://www.kathkirche-am-ennert.de/export/sites/bonn-ennert/.content/.galleries/Pfarrnachrichten/2022-02-20-zum-Versenden.pdf

UPDATE 17.03.: Hier ein Podcast aus der Reihe Indubio zum Thema, es nimmt auch der ehemalige Polizeiseelsorger Thomas Dietz (s.o.) teil. Tenor: Die Kirchen haben die staatlich verordneten C-Maßnahmen besonders rigoros umgesetzt und damit wesentliche Glaubensgrundsätze ignoriert / beschädigt: https://www.achgut.com/artikel/indubio_214_17_03_2022_kirchenbetretungsverbote