10. August 2022

Die Sehnsucht nach dem Krieg

Eschatologische Strömungen sind auf dem Vormarsch. Aktivisten von Last Generation kleben sich auf Fahrbahnen fest, um auf die möglichen Folgen des Klimawandels hinzuweisen. Auch Fridays for Future zieht viele junge Menschen an, die sich um die Zukunft der Erde sorgen.

Ihre politische Herkunft ist – vereinfachend gesagt – im grün-alternativen Spektrum zu verorten. Doch im Widerspruch zu ihren durchaus berechtigten, jedoch eher abstrakten Zukunftsängsten, erwächst eine konkrete und viel unmittelbarere Bedrohung (nicht nur) ihres Lebens aus den Handlungen ihrer politisch nahestehenden Parteien und Medien. Denn insbesondere bei den Grünen grassiert ein neuer Bellizismus, der sich in einer so aggressiven wie naiven Kriegsrhetorik gegen Russland äußert. Ein Bellizismus, der geeignet scheint, eine kriegerische Auseinandersetzung mit einer Nuklearmacht zu provozieren.

TAZ fordert Einsatz von NATO-Bodentruppen in der Ukraine

Dass Moralismus schnell in den Extremismus führt, wurde bereits in der Corona-Krise deutlich. Wer sich nicht den staatlich verordneten Maßnahmen unterwerfen wollte und Kritik übte, wurde schnell des unsolidarischen Verhaltens bezichtigt und die rechte Ecke gestellt oder als Aluhut tragender Verschwörungstheoretiker diffamiert. Auch die TAZ, das Vorzeigeorgan grün-alternativer Kreise, wetterte heftig gegen Kritiker der Maßnahmen und stellte sich willfährig in den Dienst der Exekutive. So auch im Ukrainekrieg, wo sich die TAZ schnell in die antirussische Kriegsrhetorik einreihte.

Den bisherigen Höhepunkt ihrer Kriegshetze erreichte die Zeitung am 18. Juli mit einem Kommentar von Udo Knapp, der unter kruden Verweisen auf das Neue Testament und den personifizierten Teufel Vladimir Putin einen Einsatz von NATO-Bodentruppen in der Ukraine fordert, um das Überleben des wertebasierten Westens vor dem Hintergrund des russischen Aggessionskrieges zu sichern.

Die Staaten des Westens, allen voran die USA, haben sich entschieden, diese Kriegserklärung an seine Lebensgrundlagen nicht anzunehmen.“, so der hasserfüllte Autor, der in seiner ideologischen Verblendung nicht in der Lage zu sein scheint, die potenziell verheerehnden Folgen eines Eintritts der NATO in den Ukrainekrieg abzusehen. Hier ist ein gefährlicher Moralismus am Werk, der unter mutwilliger Ausblendung der historischen und geopolitischen Hintergründe des Konflikts eine Eskalation in Kauf nimmt, die einen ganzen Kontinent vernichten könnte. Entweder das (von den USA definierte) Gute obsiegt, oder alles wird vernichtet. Ein endzeitlicher Fatalismus, der ein Ende des Planeten schneller herbeizuführen in der Lage ist, als es sich die Aktivisten von Last Generation je vorstellen können.

Eine Außenministerin auf dem Kriegspfad

Über das politische Personal des aktuellen Bundeskabinetts lässt sich nicht viel Gutes sagen. Oft entsteht der Eindruck, führende Politiker der Ampelregierung befänden sich im Krieg gegen die eigene Bevölkerung. Auf jeden Fall befinden sie sich im herbeigesehnten Krieg gegen Russland, den sie in einer selbstzerstörerischen Weise auf dem Wirtschaftssektor führen. Das alles geschieht ungeachtet der Folgen für Bevölkerung und Unternehmen – die Bundesregierung handelt in vorauseilendem Gehorsam und unter der Knute geostrategischer Interessen der USA.

Leider glänzt das politische Personal des aktuellen Bundeskabinetts auch nicht mit fachlicher Kompetenz. So betreibt die oberste Diplomatin, Außenministerin Annalena Baerbock, alles andere als Diplomatie. Ihre verbalen Angriffe auf Vladimir Putin, ihre permanente Kriegsrhetorik, ihr leidenschaftlicher Einsatz für die Lieferung schwerer Waffen und damit die Verlängerung des Krieges in der Ukraine – Baerbock ist binnen weniger Monate von einer mädchenhaften Parteivorsitzenden zu einer militaristischen Kriegstreiberin ersten Ranges mutiert. Eine Rolle, in der sich die „Absolventin“ des Young Global Leader – Programms des WEF sichtbar wohl fühlt – die Selbstinszenierung als ätherische Athene eingeschlossen.

Dass sie dabei mit der unmittelbaren Zukunft, mit den Lebensgrundlagen von Millionen Menschen spielt, scheint den Horizont der fanatisierten Sandkastenkriegerin zu übersteigen. Die Möglichkeit der Eskalation des Konflikts zu einem Atomkrieg scheint sie auf ihrem moralistischen und von US-Interessen dominierten Kriegspfad nicht abzuschrecken.

Wenn sie im Krieg gegen Russland sogar eine Chance sieht, die Wende zu erneuerbaren Energien zu fördern, offenbart Baerbock ihre brandgefährliche Naivität.  Eine Außenministerin, die bereit ist, einen interkontinentalen (Nuklear-)Krieg für US-Interessen, Klimapolitik und fanatischen Moralismus zu riskieren, ist eine immense Gefahr.

Vielleicht sollten sich die Aktivisten von Last Generation besser an die Tür des Außenministeriums nageln.

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